Máninn Líður (Mondlieder) – Neuinterpretationen isländischer Musik

Anna Jonsdottir – Gesang / Ute Völker – Akkordeon / Ursel Schlicht – Flügel


Die drei Musikerinnen experimentieren mit sehr alten und auch neuen isländischen Liedern.  Viele diese Lieder sind Teil der Folklore Islands, einige, darunter auch das poetische „Máninn Líður“, sind vom isländischen Komponisten Jon Leifs geschrieben 

Anna Jonsdottir beschäftigt sich seit vielen Jahren mit isländischem Liedgut, das einen faszinierenden Interpretationsspielraum bietet.  Akkordeon und Flügel unterstreichen einerseits den archaischen Charakter, schaffen darüber hinaus eine eigene klangliche Ästhetik. Auf dem Flügel setzt Ursel Schlicht hier eine ungewöhnliche Klangpalette ein, die gemeinsam mit der faszinierenden Dynamik des Akkordeons den Liedern neue Akzente gibt. Die Arrangements enthalten improvisatorische Passagen, in denen die bildhaften Lieder musikalisch intensiv gedeutet und gestaltet werden.

 

Einsetumaður einu sinni / The Song of the Hermit (excerpt)

An ancient song about a hermit who went into the woods and listened to a bird;

he lost count of time and a thousand years had gone when he returned:

Vögguvísa/ Wiegenlied (Jón Leifs op. 14a N° 2):

Módir mín í kví, kví / Ghost Song

A girl had an unwanted child. She wrapped it in rags and put it out to die of exposure.

Later she wanted to go to a dance but had no dress. Here the voice of her dead child offers her its rags:

 

 

Die Musikerinnen trafen sich bei Ursel Schlichts Projekt SonicExchange in Kassel im Sommer 2012.  Ein erster Konzertausschnitt ist auf der DVD Sonic Exchange (Mulatta Records, New York 2013) zu sehen.  Seitdem haben sie in Deutschland und Island konzertiert.

Anna Jonsdottir lebt in Reykjavik. Ihr Repertoire umfasst alte und neue Musik, Folklore und Oper. Ihre neue Solo-CD mit isländischen Folksongs nahm sie in einem Leuchtturm in Island auf.

Ute Völker ist als Akkordeonistin auf improvisierte Musik spezialisiert. Sie erschafft Klangarchitekturen, die in Raum und Zeit zerfließen und sich zu immer wieder neuen und überraschenden akustischen Formen verbinden.

Ursel Schlicht ist stilistisch vielseitig unterwegs von Jazz bis neue Musik, freier Improvisation und interkulturellen Begegnungen.

Eine Rezension des Konzertes im Februar 2016 bei Shelters Sounds, Kulturbunker, Kassel.